Besserer Grip und bessere Optik

Ich fahre meine Canyon Rennrad schon seit 2014 und bisher ist es mir nicht in den Sinn gekommen, die Griffgummis der STI Schalthebel zu wechseln. Hier verbringt man einen Großteil der Zeit auf dem Rad mit schwitzigen Händen und auf den Bildern ist zu sehen, wie stark die Abnutzung durch Schweiß und Witterungseinflüsse sind.

Doch wie wechselt man die Griffgummi? Wie so oft hilft das Internet und ich wurde bei GCN auf Youtube fündig.

Hier wird kurz und knapp erklärt, wie man am besten die Griffgummis wechselt. Der Trick mit dem Desinfektionsmittel funktionierte übrigens hervorragend und ist in Zeiten von Corona in jedem Haushalt vorhanden. Der Vorteil gegenüber Öl ist die schnelle Verflüchtigung des Material. Ich bekam es sogar hin, ohne die Gummis zu erwärmen. Man darf dabei keine Angst haben, etwas kaputt zu machen, denn das Material ist sehr dehn- und dankbar. In Summe hat es keine 10 Minuten gedauert. Die Gummis setzen sich nach der Montage noch ein wenig.

Bestellt habe ich meine Griffgummis bei Bike24.de. Hier fand ich die Passenden für meine Ultegra ST-6870 Schalthebel. Montag bestellt und Dienstag schon bei mir. Optimal (keine Werbung) nur meine persönliche Empfehlung.

Hier noch das Ergebnis und die Vorher-Nachher-Bilder.

Kein Winter wie jeder andere …

Nachdem unser Sohn im November das Licht der Welt erblickte, war klar, dass der Radsport in den Hintergrund rückt. Dennoch wollte ich versuchen ein bisschen Form ins neue Jahr zu retten und so schaffte ich es etwa dreimal die Woche zu trainieren. Dies war natürlich nur mit der Toleranz meiner Ehefrau möglich, sodass ich mich hier auch noch einmal bedanken möchte. Für mich war schnell klar, dass der Fokus auf relativ kurzen Einheiten auf der Rolle liegen wird, da die Vor- und Nachbereitung im Winter (Anziehen, Putzen etc.) wertvolle Zeit kostet. So entschied ich mich einen Trainingsplan bei Zwift auszuprobieren. Hier möchte ich kurz darüber berichten.

Generell war es das erste Mal, dass ich mich konsequent an einen Trainingsplan halten wollte. Die Anforderungen waren schnell festgelegt. Der Plan sollte maximal drei Wochenstunden umfassen, da ich meiner Frau nicht mehr zumuten wollte. Ich entschied mich für den Plan „Back to Fitness“, welcher sich laut Zwift vor allem an Personen richtet, die wieder fit werden wollen. Da ich kilometertechnisch mein bestes Jahr hinter mir hatte, war ich nicht ganz sicher, ob ich der Zielgruppe des Plans entspreche. Schnell wurde deutlich, dass die Einheiten wirklich fordernd und abwechslungsreich waren, sodass ich nicht mit jemanden tauschen wollte, der nach langer Abstinenz wirklich in Form kommen will. Zum Teil fand ich die Einheiten recht anspruchsvoll und die Beine brannten das ein oder andere Mal. Der Plan dauerte 12 Wochen und pro Woche standen zwei Einheiten zwischen 30 – 45 Minuten auf dem Programm. Also wirklich machbar, auch für frischgebackene Väter, wie mich. Der Fokus variierte von Woche zu Woche. Von Kraft, über HIT-Training bis hin zu „Grundlagenfahrten“ war alles dabei. Ich legte mir die Einheiten fast immer auf Dienstag und Donnerstag und ergänzte das Training am Wochenende meist mit einer Einheit von etwa 90 Minuten. Generell fand ich die Einheiten wirklich abwechslungsreich und ich kam des Öfteren ins Schwitzen. Vor allem die Einheiten, bei denen man sich relativ lange im SST-Bereich befand forderten mich am meisten. Um die Trainingsbereiche optimal zu treffen, startete ich mit dem RAMP-Test bei Zwift. Mit diesem kann man seine ungefähre Schwellenleistung bestimmen. Hier gibt es natürlich zahlreiche Gegenstimmen, aber für mich war es tatsächlich in Ordnung. Während der 12 Wochen wiederholte ich den Test noch zweimal, um zu schauen, ob an der Schwelle geschraubt werden muss. Mit dem Update im Februar hat Zwift auch ein paar neue Workouts rausgebracht (Time crunched), die eine halbe Stunde und weniger dauern. Zwei davon habe ich bereits ausprobiert. Ich finde das allemal besser, als einfach so eine halbe Stunde bei Zwift umherzufahren.

Die Frage ist natürlich wofür das am Ende alles gut ist bzw. war? Ein Pluspunkt ist, dass ich meine Form ganz gut über den Winter retten konnte, was ja das Hauptziel des Plans war. Ich glaube, dass ich mich auch in einigen Bereichen leicht verbessert habe. Vor allem bei Tempowechseln reagierte der Puls nicht mehr so krass, wie vorher. Ich hoffe, dass die Mecklenburger Seenrunde, welche das Highlight des Jahres darstellen soll, stattfindet. Hierzu müssen noch einige Grundlagenkilometer in die Beine und der Spreewaldmarathon steht jetzt schon auf der Kippe. Zudem sind lange Einheiten wirklich schwierig, da das Wochenende ja auch für meine Frau und meinen Sohn da sein soll.

Aus Sicht des Equipments kann das Radsportjahr nur Spitze werden. Ich habe mir ein paar neue Schuhe gegönnt. Mein Favorit der Shimano SH-RC902 war leider zu klein und in der richtigen Größe vergriffen, sodass es der S-Works 7 in Schwarz geworden ist. Zudem ärgerte ich mich immer wieder über meinen Powermeter, sodass ich nun mit dem Favero Assioma unterwegs bin. Die ersten Fahrten und die einfache Montage sind schon einmal vielversprechend. Neues Lenkerband gab es auch. Ich wollte einen farblichen Akzent setzen und mich für diese Variante entschieden. Passt perfekt zum Helm.

Außerdem versuchte ich mein Garmin Edge 520 zu reparieren bzw. die Batterie zu tauschen, was natürlich grandios scheiterte. Hier werde ich vielleicht nochmal einen Beitrag darüber schreiben, denn mich ärgert es, dass solche Geräte als Wegwerfprodukte konzipiert werden und eine Reparatur nahezu unmöglich ist. Die Saison kann also kommen. Bis dahin und Sport frei!

F*** dich Corona!

Der letzte Beitrag ist nun schon eine ganze Weile her und in der Zwischenzeit ist einiges passiert (einiges ist maßlos untertrieben).

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Transalp Zusammenfassung

Mit einigem Abstand, vielen tollen Erlebnissen und knapp 6.000 gefahrenen Kilometern im Gepäck, möchte ich noch einmal auf mein Highlight im Bereich Rad fahren zurück kommen. Eine Alpenquerung mit dem Rad und wenig Gepäck schwirrte schon lange im meinem Kopf umher und in diesem Jahr konnte ich den Traum endlich wahr werden lassen. Zahlreiche Foreneinträge, Blogs und Erfahrungsberichte habe ich gelesen und von jedem etwas mitgenommen. Ich hoffe, dass auch ihr von meinem Eintrag etwas mitnehmen könnt. Weiterlesen

Warum nicht mal das Rad nehmen?

Verkehrschaos, Staus und aggressive Autofahrer. Wer kennt das nicht? Im schönen Brandenburg an der Havel wurde gegenwärtig eine wichtige Brücke aus dem Nichts gesperrt und der Zorn der Anwohner ist groß. Zahlreiche Pendler sind betroffen und die lokalen Medien berichten täglich über neue Entwicklungen. Durch Gespräche mit Freunden, deren Verwandschaft betroffen ist, fiel mir auf, dass das Fahrrad oftmals keine Alternative ist.

Grob gemessen sprechen wir hier von einer Wegstrecke mit dem Rad von etwa 5 km zum Bahnhof und etwa 4 km ins Stadtzentrum. Sicherlich betreibt nicht jeder das Rad fahren so aktiv wie ich, aber bei vielen scheint das Rad fahren keine ernsthafte Alternative zu sein. Stattdessen wird gemeckert und es werden Verzögerungen in Kauf genommen, die in etwa der Fahrzeit mit dem Rad entsprechen. Bei einer konservativen Schätzung und einer geringen Geschwindigkeit von 12 km/h (Quelle) bräuchte man etwa 25 Minuten zum Bahnhof. Sicherlich ist die Radinfrastruktur nicht die beste, aber bspw. zum Bahnhof kann man durchgehend auf dem Radweg fahren, auch wenn dieser nicht zu den Premiumradwegen gehört.

Im hiesigen Stadtinformationsportal wird auf die Stadt und die Politik geschimpft und jeder der bspw. das Rad fahren vorschlägt wird direkt als Greta-Fanboy angegangen. Unsere schöne Stadt scheint in diesem Bereich auch nicht sonderlich bemüht zu sein, denn anstatt den Radverkehr oder den ÖPNV zu fördern, werden aberwitzige Ideen zu weiteren Straßenbauprojekten aus der Schublade geholt. Getreu nach dem Motte: „One more lane will fix it“

Dabei zeigen ja viel Beispiele und Studien (hier, hier, hier )dass mehr Straßen auch mehr Verkehr generieren, was aus meiner Sicht nicht sinnvoll ist. Generell kommt mir die Verkehrspolitik in unserer Stadt wie aus den 70er Jahren vor. Eine Tiefgarage unter dem zentralen Marktplatz, obwohl das Parkhaus der Shoppingmall nie voll ist? Gute Idee! Nicht!

Zurück zur Brücke. Natürlich verstehe ich, dass nicht alle auf einmal auf das Fahrrad umsteigen, zumal der Winter dafür nicht die beste Jahreszeit ist, aber ich denke der Ein oder Andere könnte seine Strecke durchaus mit dem Rad bewältigen. Dabei würde er den Verkehr entlasten, etwas für die Umwelt und vor allem für die eigene Gesundheit tun. Vom Gefühl her denken viele Menschen nur noch an sich, aber die Freiheit das Auto als Verkehrsmittel nutzen zu können steht bei vielen scheinbar höher im Kurs, als die eigene Gesundheit. Ich als Nichtbetroffender der Brückensperrung habe natürlich leicht reden, aber ich finde es verrückt, dass viele das Rad nicht einmal in Erwägung ziehen. Ich bin mit sowohl mit dem Rad fahren und dem Auto fahren aufgewachsen und innerhalb der Stadt bewegte ich mich in meiner Jugend viel mit dem Fahrrad. Verkehrserziehung fängt natürlich schon in der Jugend an und wie soll ein Kind, dass zum Kindergarten und zur Schule mit dem Auto gefahren wird, wissen dass man auch mit dem Rad fahren kann. Oft werden meine Frau und ich beim Rad fahren mit dem Auto sehr eng überholt und auf dem Beifahrersitz sitzt ein Kind, das indirekt lernt, dass Fahrradfahrer Freiwild sind.

So… einmal Rundumschlag. Ein Thema mit dem man Abende und zahlreiche Seiten füllen könnte. Es soll hier auch weniger um eine Verurteilung von Autofahrern gehen, sondern vielmehr möchte ich ein Bewusstsein schaffen, dass auch Rad fahren eine Alternative sein kann. Und klar ist auch, dass die Brücke schnellstmöglich saniert bzw. erneuert werden muss.

Herr Scheller übernehmen Sie!

Vive la France! – Rad fahren im Haute-Languedoc

Im September ging es mit meiner Frau und Freunden und deren zwei Kinder für zwei Wochen nach Frankreich. Während wir, auf Grund meines Rades und einer Menge Gepäck, mit dem Auto reisten, flogen unsere Freunde nach Toulouse. Wir teilten uns die Strecke in zwei Etappen und kamen vor allem auf den französischen Autobahnen sehr gut voran. Ziel war das kleine Örtchen Saint-Nazaire-de-Ladarez, in welchem wir ein wirklich tolles Haus mit Pool und schönem Ausblick hatten.

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Transalp Tag 7 – Es ist vollbracht.

Heute also der letzte Tag. Der Wetterbericht hielt was er versprach und so regnete es nahezu den ganzen Tag. Von Ötz nach Telfs ging es auf bekannter Strecke zum Buchener Sattel, welcher auf 7km Strecke eine durchschnittliche Steigung von knapp 9% hat. Die Beine waren aber ganz gut heute und so wurde der letzte Anstieg meiner Reise bezwungen. Die Fahrt nach Garmisch war abwechslungsreich und dort angekommen, entschied ich mich auch bis nach Ehrwald zu fahren.

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Transalp Tag 6

Heute sollte es eigentlich von Meran übers Timmelsjoch ins Ötztal gehen. Zu den 29 km Anstieg von Sankt Leonard wären noch etwa 20 km leicht bergauf dazugekommen. Das war mir, nachdem ich das Stilfser Joch bezwungen habe, doch irgendwie zu heftig und so reifte in den letzten Tagen die Entscheidung, eine Alternative zu wählen. Das Zugticket habe ich online gekauft und mit der Reservierung des Fahrradplatzes ging alles gut.

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Transalp Tag 5 – Flachetappe

Der fünfte Tag und heute wurde es flach. Doch bevor es in die Ebene ging musste in Torbole noch eine kleine fiese Rampe überwunden werden.

Danach ging es immer am Wasser, auf toll ausgebauten Radwegen entlang in Richtung Bozen. Die Strecke hat sich ganz schön hingezogen und ich hatte natürlich Gegenwind. Nach den ganzen Bergen war ich mit auch gar nicht mehr so sicher, ob ich noch in der Ebene fahren kann. 🙂

Der Radweg erinnerte mich irgendwie an den Havelradweg: schön, windig, man fährt auf einem Deich. Also bekanntes Terrain für mich. Landschaftlich ist die Strecke wirklich ein Traum und viele Radler waren unterwegs. Die Infrastruktur ist top, denn es gibt zahlreiche Rastplätze an denen Trinkwasser zur Verfügung steht. Das war auch bitter nötig und 6 Flaschen habe ich heute ausgetrunken. 130 km mit einem 25er Schnitt sind es heute geworden.

Morgen dann quasi Ruhetag mit knapp 85 km flach und einer Bahnfahrt in der Mitte. Den Endgegner Timmelsjoch kann ich nach 5 Tagen nicht entgegentreten. Würde einfach keinen Spass machen und es ist ja schließlich Urlaub.

Transalp Tag 4

Heute also Tag 4. Mit dem Passo Campo Carlo Magno und dem Passo Balino standen heute zwei vermeintlich „leichte“ Anstiege auf dem Programm. Aber wie das nach 3 Tagen so ist, war es heute trotzdem eine harte Etappe. Beim ersten Pass hatte ich gefühlt einen Bremsklotz am Rad und auch der Balino war nach dem langen Tag gar nicht so einfach, zumal der Gegenwind nicht so doll war.

Verfahren hab ich mich dann auch noch, was mir zusätzliche 6km brachte. Ich war einfach zu erpicht darauf dem Radweg zu folgen. Am Ende stehen 100 km mit 1400 Höhenmeter auf dem Konto und die morgige Etappe nach Meran wird zwar lang, aber flach. Ich hatte überlegt vielleicht noch den Mendelpass und den Gampenpass einzustreuen, aber man muss ja auch vernünftig sein. Am Donnerstag sollte es eigentlich übers Timmelsjoch nach Sölden gehen, aber ich habe mich schon nach Alternativen umgeschaut (Bahn).