Warum nicht mal das Rad nehmen?

Verkehrschaos, Staus und aggressive Autofahrer. Wer kennt das nicht? Im schönen Brandenburg an der Havel wurde gegenwärtig eine wichtige Brücke aus dem Nichts gesperrt und der Zorn der Anwohner ist groß. Zahlreiche Pendler sind betroffen und die lokalen Medien berichten täglich über neue Entwicklungen. Durch Gespräche mit Freunden, deren Verwandschaft betroffen ist, fiel mir auf, dass das Fahrrad oftmals keine Alternative ist.

Grob gemessen sprechen wir hier von einer Wegstrecke mit dem Rad von etwa 5 km zum Bahnhof und etwa 4 km ins Stadtzentrum. Sicherlich betreibt nicht jeder das Rad fahren so aktiv wie ich, aber bei vielen scheint das Rad fahren keine ernsthafte Alternative zu sein. Stattdessen wird gemeckert und es werden Verzögerungen in Kauf genommen, die in etwa der Fahrzeit mit dem Rad entsprechen. Bei einer konservativen Schätzung und einer geringen Geschwindigkeit von 12 km/h (Quelle) bräuchte man etwa 25 Minuten zum Bahnhof. Sicherlich ist die Radinfrastruktur nicht die beste, aber bspw. zum Bahnhof kann man durchgehend auf dem Radweg fahren, auch wenn dieser nicht zu den Premiumradwegen gehört.

Im hiesigen Stadtinformationsportal wird auf die Stadt und die Politik geschimpft und jeder der bspw. das Rad fahren vorschlägt wird direkt als Greta-Fanboy angegangen. Unsere schöne Stadt scheint in diesem Bereich auch nicht sonderlich bemüht zu sein, denn anstatt den Radverkehr oder den ÖPNV zu fördern, werden aberwitzige Ideen zu weiteren Straßenbauprojekten aus der Schublade geholt. Getreu nach dem Motte: „One more lane will fix it“

Dabei zeigen ja viel Beispiele und Studien (hier, hier, hier )dass mehr Straßen auch mehr Verkehr generieren, was aus meiner Sicht nicht sinnvoll ist. Generell kommt mir die Verkehrspolitik in unserer Stadt wie aus den 70er Jahren vor. Eine Tiefgarage unter dem zentralen Marktplatz, obwohl das Parkhaus der Shoppingmall nie voll ist? Gute Idee! Nicht!

Zurück zur Brücke. Natürlich verstehe ich, dass nicht alle auf einmal auf das Fahrrad umsteigen, zumal der Winter dafür nicht die beste Jahreszeit ist, aber ich denke der Ein oder Andere könnte seine Strecke durchaus mit dem Rad bewältigen. Dabei würde er den Verkehr entlasten, etwas für die Umwelt und vor allem für die eigene Gesundheit tun. Vom Gefühl her denken viele Menschen nur noch an sich, aber die Freiheit das Auto als Verkehrsmittel nutzen zu können steht bei vielen scheinbar höher im Kurs, als die eigene Gesundheit. Ich als Nichtbetroffender der Brückensperrung habe natürlich leicht reden, aber ich finde es verrückt, dass viele das Rad nicht einmal in Erwägung ziehen. Ich bin mit sowohl mit dem Rad fahren und dem Auto fahren aufgewachsen und innerhalb der Stadt bewegte ich mich in meiner Jugend viel mit dem Fahrrad. Verkehrserziehung fängt natürlich schon in der Jugend an und wie soll ein Kind, dass zum Kindergarten und zur Schule mit dem Auto gefahren wird, wissen dass man auch mit dem Rad fahren kann. Oft werden meine Frau und ich beim Rad fahren mit dem Auto sehr eng überholt und auf dem Beifahrersitz sitzt ein Kind, das indirekt lernt, dass Fahrradfahrer Freiwild sind.

So… einmal Rundumschlag. Ein Thema mit dem man Abende und zahlreiche Seiten füllen könnte. Es soll hier auch weniger um eine Verurteilung von Autofahrern gehen, sondern vielmehr möchte ich ein Bewusstsein schaffen, dass auch Rad fahren eine Alternative sein kann. Und klar ist auch, dass die Brücke schnellstmöglich saniert bzw. erneuert werden muss.

Herr Scheller übernehmen Sie!

Vive la France! – Rad fahren im Haute-Languedoc

Im September ging es mit meiner Frau und Freunden und deren zwei Kinder für zwei Wochen nach Frankreich. Während wir, auf Grund meines Rades und einer Menge Gepäck, mit dem Auto reisten, flogen unsere Freunde nach Toulouse. Wir teilten uns die Strecke in zwei Etappen und kamen vor allem auf den französischen Autobahnen sehr gut voran. Ziel war das kleine Örtchen Saint-Nazaire-de-Ladarez, in welchem wir ein wirklich tolles Haus mit Pool und schönem Ausblick hatten.

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Transalp Tag 7 – Es ist vollbracht.

Heute also der letzte Tag. Der Wetterbericht hielt was er versprach und so regnete es nahezu den ganzen Tag. Von Ötz nach Telfs ging es auf bekannter Strecke zum Buchener Sattel, welcher auf 7km Strecke eine durchschnittliche Steigung von knapp 9% hat. Die Beine waren aber ganz gut heute und so wurde der letzte Anstieg meiner Reise bezwungen. Die Fahrt nach Garmisch war abwechslungsreich und dort angekommen, entschied ich mich auch bis nach Ehrwald zu fahren.

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Transalp Tag 6

Heute sollte es eigentlich von Meran übers Timmelsjoch ins Ötztal gehen. Zu den 29 km Anstieg von Sankt Leonard wären noch etwa 20 km leicht bergauf dazugekommen. Das war mir, nachdem ich das Stilfser Joch bezwungen habe, doch irgendwie zu heftig und so reifte in den letzten Tagen die Entscheidung, eine Alternative zu wählen. Das Zugticket habe ich online gekauft und mit der Reservierung des Fahrradplatzes ging alles gut.

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Transalp Tag 5 – Flachetappe

Der fünfte Tag und heute wurde es flach. Doch bevor es in die Ebene ging musste in Torbole noch eine kleine fiese Rampe überwunden werden.

Danach ging es immer am Wasser, auf toll ausgebauten Radwegen entlang in Richtung Bozen. Die Strecke hat sich ganz schön hingezogen und ich hatte natürlich Gegenwind. Nach den ganzen Bergen war ich mit auch gar nicht mehr so sicher, ob ich noch in der Ebene fahren kann. 🙂

Der Radweg erinnerte mich irgendwie an den Havelradweg: schön, windig, man fährt auf einem Deich. Also bekanntes Terrain für mich. Landschaftlich ist die Strecke wirklich ein Traum und viele Radler waren unterwegs. Die Infrastruktur ist top, denn es gibt zahlreiche Rastplätze an denen Trinkwasser zur Verfügung steht. Das war auch bitter nötig und 6 Flaschen habe ich heute ausgetrunken. 130 km mit einem 25er Schnitt sind es heute geworden.

Morgen dann quasi Ruhetag mit knapp 85 km flach und einer Bahnfahrt in der Mitte. Den Endgegner Timmelsjoch kann ich nach 5 Tagen nicht entgegentreten. Würde einfach keinen Spass machen und es ist ja schließlich Urlaub.

Transalp Tag 4

Heute also Tag 4. Mit dem Passo Campo Carlo Magno und dem Passo Balino standen heute zwei vermeintlich „leichte“ Anstiege auf dem Programm. Aber wie das nach 3 Tagen so ist, war es heute trotzdem eine harte Etappe. Beim ersten Pass hatte ich gefühlt einen Bremsklotz am Rad und auch der Balino war nach dem langen Tag gar nicht so einfach, zumal der Gegenwind nicht so doll war.

Verfahren hab ich mich dann auch noch, was mir zusätzliche 6km brachte. Ich war einfach zu erpicht darauf dem Radweg zu folgen. Am Ende stehen 100 km mit 1400 Höhenmeter auf dem Konto und die morgige Etappe nach Meran wird zwar lang, aber flach. Ich hatte überlegt vielleicht noch den Mendelpass und den Gampenpass einzustreuen, aber man muss ja auch vernünftig sein. Am Donnerstag sollte es eigentlich übers Timmelsjoch nach Sölden gehen, aber ich habe mich schon nach Alternativen umgeschaut (Bahn).

Transalp Tag 3

Heute ein bisschen länger geschlafen, kurz gefrühstückt und los geht es. Als erstes steht der Gaviapass auf dem Programm. Hier gibt es ab 10 Uhr kein durchkommen mehr (Streckensperrung), was für mich aber nicht schlimm ist, da ich vorher durch bin. Das Resultat: kaum Autos und Motorräder auf der Strecke.

Die ersten Kilometer sind schnell gemacht und die Beine fühlen sich nach den Strapazen vom gestrigen Tag erstaunlich gut an. Der Pass spendiert zum Anfang geringe Steigungen und ist landschaftlich echt eine Wucht. Oben raus wird es noch schöner, aber auch steiler. Nach ein wenig über zwei Stunden bin ich oben. Die Abfahrt ist so lala. Schmale, schlechte Straßen, ich riskiere nichts.

Die Abfahrt bis Ponte de Legnio geht schnell vorbei und schwupps befinde ich mich im nächsten Anstieg zum Passo del Tonale. Der Pass fährt sich gut und ich finde sowas wie einen Rhythmus. Nach knapp einer Stunde bin ich oben und habe Glück, den Supermarkt kurz vor der Mittagspause zu erreichen. Zwei Eistee und ein Pfirsich landen direkt im ausgezerrten Körper. Die Abfahrt ist echt cool, denn man kann knapp 20 km einfach laufen lassen. Gegen 14 Uhr bin ich im Hotel. Außen pfui und innen hui.

Bis morgen.

Übrigens muss ich sagen dass mein Setup bisher top funktioniert. Meine Revelate Satteltasche (danke Mama und Papa für das Geschenk) hab ich mittlerweile so gepackt und festgezurrt, dass der Wiegetritt ohne schwingen möglich ist.

Transalp Tag 2

Puh, heute Königsetappe, Dach der Tour, Cima coppi. Los ging es in Prutz und so richtig wollte der Körper nicht. Na toll. Dann auch noch Regen, aber die Regenklamotten halten mich trocken. Hoch zum Reschensee über die Norbertshöhe. Ging ganz gut. Am Reschen schön Rückenwind und ein bisschen Kraft gespart. Herrlicher Radweg und die Fahrt bis Prad war einfach ein Genuss. Dann auf zum Stilfser Joch. Ein Traum wird wahr oder doch eher ein Alptraum. Überragende Aussichten und Steigungsprozente satt. Was für ein Brett. 3 km vor dem Gipfel noch schön Regen. Das Garmin zeichnet heute Temperaturen zwischen 4 bis 32 Grad auf.Die Abfahrt zuerst nass und saukalt, dann wohlig warm. Im Hotel angekommen und erstmal essen und duschen.Was für ein Tag. Morgen wird später gestartet, um die Regenerationszeit zu erhöhen.

Transalp Tag 1

Nachdem ich gestern schon zum Startort Ehrwald gefahren bin und dort auch schon eine kleine Runde mit dem Rad gedreht habe, ging es nun heute endlich los.

Ich startete gleich um 8 Uhr um den starken Verkehr am Fernpass zu umgehen. Hat nicht geklappt. Viele Autos, die oftmals sehr eng überholten. Naja, ich hab es geschafft. Zu empfehlen ist es aber tatsächlich nicht. Ab Nassereith wurde es deutlich ruhiger und die Abfahrt bis dahin war auch gut. Schnell durch Imst und dann zum Anstieg Pillerhöhe. Landschaftlich echt schön, aber an die Berge muss ich mich erstmal gewöhnen 🙈

Zum Ende wurde es nochmal ordentlich steil, aber der Ausblick und die Abfahrt entschädigten um einiges. Ebike Fahrer, die einem bei 12% ein flottes „Servus“ entgegen bringen sind echt demotivierend.

Ich war relativ schnell in Prutz und von hier geht es morgen nach Bormio. Auf dem Programm stehen Norbertshöhe, Reschen und das Stilfser Joch. Das kann auf jeden Fall was werden. Heute hab ich mir schon öfter mal einen kleineren Gang gewünscht.

Egal, ich hab Bock.

Jetzt Regeneration.

Kurztrainingslager für die Transalp

Nachdem ich diese Jahr auf Grund von Verletzung und anschließender OP schon wenig Kilometer sammeln konnte, stand auch der Mai im Sinne unserer Hochzeit, sodass auch hier kaum Kilometer zusammen kamen. Am 05.07. starte ich Richtung Leermos, um von dort meine selbst organisierte Alpenquerung/Transalp zu starten. Das wird sicher ein Abenteuer und ich werde versuchen euch bei meiner Reise mitzunehmen. Weiterlesen