Radsport im Verein

Seit diesem Jahr bin ich als aktives Mitglied in einem kleinen Radsportverein (1. RSV Germania Gräben) tätig und möchte in diesem Beitrag über meine Erfahrungen und die Unwägbarkeiten z.B. bei der Suche nach Sponsoren und der Organisation von Rennen berichten. Einen Teil konnte ich selbst erfahren und der Rest stammt aus Erzählungen von unserem Vereinsvorstand. Die hier dargestellten Aspekte spiegeln meine Eindrücke wider und sicherlich gibt es auch andere Auffassungen und Erfahrungen.

Unwägbarkeiten

Zuerst einmal bereue ich meine Entscheidung in einen Radsportverein einzutreten keineswegs. Auch wenn der Verein sehr klein ist und ich mir mehr gemeinsame Ausfahrten gewünscht habe bzw. immer noch Wünsche, gab es schon einige tolle Erlebnisse. Der Vorteil eines kleinen Vereines ist, dass man sich viel aktiver in das Vereinsleben einbringen kann. Natürlich hat jeder andere Erwartungen und Wünsche, doch ich denke ein wenig Engagement hat noch niemanden geschadet. Denn gerade von diesem Leben die zahlreichen Vereine. Viele Veranstaltungen von Zeitfahren, Rundrennen, Permanenten bis hin zu RTFs werden durch Radsportvereine organisiert und leisten einen wichtigen Beitrag zum lokalen und regionalen Radsport. Dabei hat auch der Radsport, wie alle anderen Sportarten mit den Folgen des demographischen Wandels zu kämpfen. Bei einer RTF im Havelland, berichtete der Veranstalter, dass es schwierig ist Nachwuchs zu finden, welcher dann wiederum die Veranstaltungen von morgen organisiert. Toll fand ich hier, dass einige Flüchtlinge Interesse am Radsport zeigten und den Verein bei der Durchführung der RTF unterstützten. Oftmals ist die Sogwirkung der Volkssportart Fussball einfach zu groß, um Nachwuchs für den Radsport zu gewinnen. Ich kannte in meiner Schulzeit jedenfalls keinen, der aktiv Radsport im Verein betrieb und zu dieser Zeit war der Radsport in Deutschland sicher populärer als heute (Ulle lässt grüßen). Die Anschaffungskosten eines Rades und des passenden Zubehörs sind vermutlich eine weitere Hürde.

Wenn ich mir 2013 nicht das Kreuzband gerissen hätte, würde ich wahrscheinlich auch noch jeden Sonntag dem runden Leder hinterher rennen und mir die wöchentlichen Klatschen in Orten wie Bamme oder Großwudicke abholen. Nun bin ich aber mit meinem Rad unterwegs und habe an zahlreichen Veranstaltungen teilgenommen, die nur durch das Engagement der beteiligten Vereine überleben. Auch wir vom 1. RSV Germania Gräben haben in diesem Jahr zwei Rennen veranstaltet und ich habe miterlebt, wie hoch der Aufwand von der Vorbereitung bis zur Umsetzung ist. Neben administrativen und bürokratischen Dingen, wie bspw. das Einholen von Genehmigungen, ist auch die Verpflegung und medizinische Versorgung vor Ort sicherzustellen und auch die Werbetrommel muss gerührt werden. Und natürlich freuen sich die Teilnehmer über Medaillen und Preise, welche durch Sponsoren finanziert und bereitgestellt werden müssen, da der Verein keine roten Zahlen schreiben will bzw. kann. Dazu darf man nicht vergessen, dass der Großteil der Vereinsmitglieder einer Beschäftigung nachgeht und ein Engagement in der Freizeit stattfindet. Unser Vereinsvorsitzender hat bei der Organisation eines Crossrennens zahlreiche Stunden damit verbracht Sponsoren zu finden und Material für das Rennen zu besorgen. Auch ich habe bei den Rennen, die wir veranstaltet haben beim Aufbau mitgeholfen, Kontakt zur Sponsoren aufgenommen, Karten erstellt und die vereinseigene Facebook-Seite betrieben. Natürlich macht mir das Spaß, sonst würde ich es nicht machen, ich will nur verdeutlichen, dass an einem Rennen, das oft nur wenige Stunden dauert, eine lange Vorbereitungszeit hängt.

Das Thema Sponsoren war für mich neu und zugleich interessant. Viele Vereine profitieren von persönlichen Kontakten oder haben Mitglieder o. Vorsitzende denen ein Unternehmen gehört, welche dann finanziell unterstützen. Oftmals bestehen diese Partnerschaften schon lange und das Finden von neuen Sponsoren ist nicht so einfach. Zum einen ist Radsport immer noch eine Randsportart und vermutlich verfügt jeder Fussball-Kreisligist über ein höheres Budget als die meisten Radsportvereine. Zum anderen gibt es oftmals mehrere Vereine, die dann noch um die Gunst der potenziellen Sponsoren buhlen (Fahrradläden z.B.). Auch ich habe versucht einige größere Firmen, die Radsportprodukte herstellen zu kontaktieren und bekam in vielen Fällen nicht einmal eine Rückmeldung. Immerhin gelang es uns SKS zu überzeugen, Produkte für unser Rundstreckenrennen zur Verfügung zu stellen (vielen Dank falls jemand von SKS mitliest). Auch dies gelang nur über persönliche Kontakte, die ich im Rahmen meines Blogs herstellen konnte. Ich denke mit diesem Thema könnte man sich durchaus detaillierter und fundierter auseinandersetzen, belasse es in diesem Fall aber dabei und behaupte, dass es wirklich schwierig ist als Radsportverein Unterstützer zu gewinnen. Die Skandale des Profiradsports der letzten Jahre haben die Situation sicher nicht vereinfacht, auch wenn langsam wieder ein positiver Trend im deutschen Radsport erkennbar ist. Zudem zeigt sich, dass auch größere Events wie die Neuseenclassics in Leipzig mit diesen Probleme konfrontiert sind, auch wenn es hier deutlich kommerzieller zugeht.

Positive Erfahrungen

Nachdem ich nun die Probleme der Radsportvereine angesprochen habe, möchte ich natürlich auch auf die positiven Aspekte eingehen. Trotz des zeitlichen und finanziellen Aufwandes, den ein Verein aufbringen muss um eine Veranstaltung auf die Beine zu stellen, entschädigt das positive Feedback der Teilnehmer nach einer erfolgreichen Veranstaltung enorm. Bei unserem Straßenrennen in Ziesar, war das Teilnehmerfeld leider sehr klein, sodass natürlich ein wenig Enttäuschung aufkam, weil man zuvor viel Zeit investierte. Die positiven Rückmeldungen bestärkten uns als Verein, aber dass wir eine tolle Veranstaltung organisiert hatten. In meiner Zeit als Fussballer, habe ich mich nie so aktiv in das Vereinsleben bzw. die Vereinspolitik eingebracht und schon deshalb war der Eintritt in den Verein ein Zugewinn für mich. Außerdem lernt man viele Leute kennen, die das gleiche Hobby haben und mit denen man ausführlich fachsimpeln kann. Auch die gemeinsame Teilnahme an Veranstaltungen machte eine Menge Spaß und man kann vom Wissen der Vereinsmitglieder profitieren. Ich kam durch einen Kumpel zum Radsportverein und auch andere Freunde konnten wir für den Verein begeistern. Für das nächste Jahr ist neben der Teilnahme an zahlreichen RTFs (die Wertungskarte muss wieder gefüllt werden), auch die Teilnahme an der Königin der Klassiker geplant (Paris-Roubaix), wo wir unsere Vereinsfarben über die Kopfsteinpflasterpassagen jagen werden. Man lernt also nicht nur Leute kennen, die die gleiche Leidenschaft zum Radsport haben, sondern schließt auch Freundschaften. Toll sind natürlich auch die Vorzüge wie vergünstigte Teamkleidung, ein Versicherungsschutz und die vergünstigte Teilnahme an RTFs (wenn Wertungskarte vorhanden). Der Blog Jule Radelt hat hierzu eine schöne Zusammenfassung geschrieben, die ich euch nicht vorenthalten möchte: http://www.jule-radelt.de/2012/12/04/ohne-radsportverein-kein-radsport/

Absolutes Highlight aus Vereinssicht war meiner Meinung nach die Veranstaltung des 3. Laufs der Berliner Offroadserie, einer regionalen Rennserie, die sowohl Lizenzfahrern aller Altersklassen, als auch Hobbyfahrern die Möglichkeit bietet unter Topbedingungen Crossrennen zu bestreiten. Hier hat vor allem unser Vereinsvorsitzender Daniel viel Herzblut investiert und eine tolle Strecke abgesteckt bzw. geplant. Auch die anderen Vereinsmitglieder haben zum Gelingen des Rennens beigetragen und ich denke wir können stolz sein, als Verein mit ca. 10 Mitgliedern eine solche Veranstaltung auf die Beine gestellt zu haben. Toll war auch die gemeinsame Weihnachtsfeier in Kombination mit der jährlichen Vereinsitzung. Hier wurden vereinsinterne Dinge besprochen und es gab Ehrungen für die aktivsten und erfolgreichsten Vereinsmitglieder.

Ich persönlich kann nur empfehlen sich einem Radsportverein anzuschließen, egal ob man nun Anfänger oder ambitionierter Amateur ist. Man kann aktiv Veranstaltungen mitgestalten anstatt- wie es der Deutsche gerne tut- zu meckern und sich zu beschweren. Treffend finde ich die Aussage „Ohne Radsportverein kein Radsport“, denn zwar kann jeder alleine seine Runden drehen, aber um an Radrennen und sonstigen Veranstaltungen teilzunehmen, bedarf es der ehrenamtlichen Arbeit der Vereine und deren Mitgliedern. Diese planen, organisieren, improvisieren und veranstalten Jahr für Jahr, unter sich erschwerenden Bedingungen, tolle Rennen, die für alle Radsportler zugänglich sind und den Radsport zu solch einem tollen Hobby machen.

Natürlich gibt es auch Vorbehalte und oftmals wird von „Vereinsmeierei“ geredet, ohne genau definieren zu können was das genau ist. Ich glaube Gesellschaftskritik ist in diesem Fall unangebracht, aber anstatt sich immer nur zu beschweren und eigene Interessen in den Vordergrund zu stellen, täte dem einen oder anderen Partizipation und Gemeinschaft ganz gut. Ich habe mit dem Vereinseintritt auch lange gezögert und überlegt, ob dies das richtige für mich sei, aber ich kann jedem der mit dem Gedanken spielt nur dazu ermuntern einem Verein beizutreten. Für mich überwiegen ganz klar die Vorzüge, bin aber auch offen für Meinungen, die gegen den Eintritt in einen Radsportverein sind.

Was denkt ihr über Radsportvereine? Zeitgemäß oder überholt?

 

 

Tschüss 2016 

Ich wünsche euch allen einen guten Rutsch ins neue Jahr!

 In letzter Zeit ist es etwas ruhig geworden, aber ich werde versuchen im nächsten Jahr wieder ein bisschen aktiver zu werden! Es steht im April Paris-Roubaix an und davon werde ich auf jeden Fall berichten! 

Mein Jahresfazit fällt sowohl persönlich als auch sportlich positiv aus! Endlich den Masterabschluss und das Kapitel Uni erfolreich beendet! 

Sportlich lief es auch gut: 25 Punkte in der RTF-Wertung und meine ersten Erfahrungen bei Crossrennen! Kilometertechnisch bin ich bei 5.511 km gelandet und somit 510 km mehr als im letzten Jahr! Das Ziel für 2017 ist auf jeden Fall wieder über 5.000 km zu kommen. Mal schauen wie das mit 40h Woche und neuem Job funktioniert! 

Vielen Dank an die 6.750 Leser, die sich auf meine Seite verirrt haben! 

Rutsch gut rein! 

Der Winter kann kommen! 

Die Wintersaison ist bereits in vollem Gange und das Wetter, sowie die kurzen Tage machen uns Radfahrern das Leben schwer. Die Rolle ist bereits aufgebaut und der neue Tacx Flow funktioniert super mit Zwift und die Zeit vergeht dadurch wesentlich schneller. Da ich schon länger den Gedanken hegte mir ein geländetaugliches Rad anzuschaffen, schaute ich mal wieder bei Canyon vorbei. Für mich stimmt hier einfach das Preis/Leistungsverhältnis und auch optisch sprechen mich die Räder an. Natürlich muss der neue Radkauf einen schwierigen Entscheidungsprozess durchlaufen, sodass ich folgendes Schema zur endgültigen Kaufentscheidung heranzog 😉

So entschied ich mich am Ende für ein Canyon Grand Canyon CF 5.9, welches einen Carbonrahmen hat und auch von der Ausstattung her mit SLX und XT-Komponenten bestens ausgestattet ist. Wenige Tage später war das Rad dann auch schon bei mir Zuhause und ich fing an es zusammen zu bauen. Auch hier gibt es gute Anleitungen und es bedarf keiner großen handwerklichen Fähigkeiten, um das Rad zusammenzusetzen.

Danach ging es auf die ersten Testfahrten und die waren super. Natürlich musste ich mich Anfangs an den breiten Lenker und die neue Sitzposition gewöhnen, aber es macht einfach Spaß andere Ecken seiner Heimat zu erkunden. Die Federgabel musste ich auch erst einmal richtig einstellen, um das bestmögliche Fahrgefühl zu bekommen. Mit dem Rad rollt man gemütlich über Stock und Stein und es macht wirklich Spaß. Hier die ersten Bilder vom neuen Rad.

Winterzeit ist auch die Zeit der Crossrennen und so ließ ich mich von einem Vereinskollegen dazu überreden bei einem Lauf der Berliner Offroadserie teilzunehmen. Nach dem ersten Straßenrennen folgte nun das erste Crossrennen. Der Kurs führte durch ein Waldstück und neben vielen Wurzeln, engen Kurven und Tiefsand, waren auch Trage- und Schiebepassagen zu bewältigen. Die Renndauer beträgt 30 Minuten und ich schaffte in der Zeit 3 Runden. Eine Runde hat eine Länge von 1.7km und ich benötigte etwa 9 Minuten pro Runde. Die Spitzenfahrer brauchen für den Kurs 6 Minuten. Bereits in der Aufwärmrunde kam ich ordentlich ins Schwitzen und vor allem die technischen Passagen erforderten höchste Konzentration und Radbeherrschung. Hier muss ich auf jeden Fall noch trainieren, da oft noch die Überzeugung fehlt mit Vollgas in solche Passagen zu fahren. Die Trage- und Schiebepassagen liefen aber ganz gut und vor allem beim Schieben im tiefen Sand konnte ich Boden gut machen. Am Ende stand der 29. Platz von ca. 35 Teilnehmern. Nicht letzter geworden und zum Schluss noch 2 Fahrer überholt. Ich bin zufrieden mit dem ersten Crossrennen und mit dem 29. Platz konnte ich sogar noch 2 Punkte für die Offroadserie 2016 holen.

In Aktion.

Am Ende stehen 30 sehr anstrengende Minuten (Durchschnittspuls von 173 bpm) und neue Erfahrungen, die ich beim nächsten Crossrennen in Golzow anwenden möchte. Das Rennen wird von meinem Verein ausgetragen und mitorganisiert und die Strecke habe ich bereits getestet. Hier noch der Link zu meiner Strava-Aktivität.

Mein erstes Straßenrennen – 3. Zieseraner Rundstreckenrennen 2016

Am Samstag fügte ich meiner noch recht jungen Karriere als Rennradfahrer ein weiteres Kapitel hinzu – das Straßenrennen. Dieses wurde von unserem Verein ausgetragen und somit waren vorher noch einige Vorbereitungen zu treffen. Unter anderem wurde die Strecke abgesperrt, die Kurven gefegt und die Musikanlage aufgebaut. Das Teilnehmerfeld war leider nicht sehr groß und so fuhren in meinem Rennen nur 16 Leute mit. Der 2,1km lange Rundkurs, welche 15 mal zu bewältigen war, zeichnete sich durch enge Kurven und Gegenwind auf der Zielgeraden aus. Die anderen Teilnehmer kannte ich vom Namen her und die Favoriten waren schnell ausgemacht (ich zählte nicht dazu).


Nachdem wir alles vorbereitet hatten, wärmte ich mich auf der Strecke auf und lernte diese besser kennen. Nach dem warm fahren startete erst einmal das erste Rennen Nr. 1. Danach fuhr ich noch einmal 2 Runden und dann ging es auch schon los. In der neutralisierten Einführungsrunde versuchte ich mich in eine gute Position zu bringen, da ich damit rechnete, dass direkt nach dem Start attackiert wird. Damit behielt ich recht und bis zur ersten Kurve (100 m nach dem Start) war ich in einer guten Position. Doch bereits in dieser Kurve war ich zu weit draußen und der Antritt der zukünftigen Spitzengruppe riss ein 15 Meter loch, welches ich im Folgenden nicht mehr schließen konnte. In dieser Gruppe befanden sich 6 Leute und somit war klar, dass diese kaum noch einzuholen war, denn hinter mir kam erst einmal nichts und somit wuchs der Vorsprung weiter. Mein Puls war bereits am Limit und ich fuhr erst einmal zwei Runden alleine. Zwar sah ich, dass 100- 200 hinter mir eine vierköpfige Gruppe folgte, doch ich wollte mein Teamtrikot noch ein letztes mal präsentieren. 🙂

Danach drosselte ich das Tempo und ließ mich von der Vierergruppe einholen. Die Zusammenarbeit klappte gut und das Tempo war ok. Ich denke hier wäre noch deutlich mehr gegangen, aber die Größe der Gruppe gab nicht mehr her. Mein Ziel war es die Tempoarbeit in dem Bereich zu übernehmen in dem der Wind eher von hinten kam. Dies klappte in den meisten Fällen, doch es kam auch vor, dass ich eine ganze Runde vorn fuhr. Etwa 4 Runden vor dem Ende wurden wir vom Führungsfahrzeug überholt, welches die dreiköpfige Spitzengruppe in Schlepptau hatte. Wir versuchten uns ranzuhängen und konnten auch ein paar Meter mitfahren, doch der gravierendste Unterschied offenbarte sich in den Kurven und den danach folgenden Antritten. Meine Kurvengeschwindigkeit war deutlich geringer und Antritte sollten in der nächsten Saison öfter ins Training integriert werden. Dies zeigte sich auch in den letzten beiden Runden, in denen ich mehrere Male versuchte meine 3 Mitstreiter abzuhängen. Die Antritte waren einfach nicht explosiv genug und die Lücke wurde direkt wieder zugefahren, falls überhaupt eine Lücke entstand. Innerlich bereitete ich mich auf den Zielsprint vor und dachte ich würde um den vierten Platz fahren. Das Laktat vernebelte scheinbar meine Sinne und ich vergaß die Fahrer die zwischen uns und der Spitzengruppe waren. In der letzten Kurve fuhr ich vorne und nahm bewusst das Tempo raus, da ich den Sprint nicht von vorne fahren wollte. Zirka 400 Meter vor dem Ziel stürzte ein Fahrer aus unserer Gruppe und unmittelbar danch griff ein Fahrer an. Ich gab alles und versuchte sein Hinterrad zu erreichen. Dies gelang mir auch, doch der Gegenwind und mangelnde Erfahrung verwehrten mir den Sieg im Sprint um Platz 7. Im nachhinein hätte ich einfach noch einen Tick länger im Windschatten bleiben sollen. Am Ende fehlte auch die Explosivität und die nötigen Körner um das Duell für mich zu entscheiden.


Dennoch bin ich mit meiner Leistung zufrieden und habe einige interessante Erkentnisse gemacht:

  • die Beine sind gut, aber es fehlt an Schnellkraft
  • Antritte, Sprints und Krafteinheiten ins Training integrieren
  • Platz 8 von 16 ist in Ordnung (4 Minuten hinter dem Sieger)
  • beim Sprint länger im Windschatten bleiben
  • Kurventechnik verbessern (wird aber schwer, weil ich einfach Respekt vor Asphaltkontakt habe ^^ )

Der Stundenschnitt von 36,4 km/h ist in Ordnung, aber ausbaufähig. Dies war auch der relativ kleinen Gruppe geschuldet. Ein Feld mit mehr als 10 Fahrern hätte sicher die Möglichkeit gehabt, die Spitzengruppe einholen zu können. Am Ende bleibt ein toller Tag, ein Sonnenbrand und die Tatsache, dass ich mich noch nie so sehr auf dem Rad verausgabt habe. Im nächsten Jahr werde ich auf jeden Fall wieder bei unserem eigenen Rennen mitfahren und auch noch andere Veranstaltungen besuchen.

Hier der Link zur Strava-Aktivität: https://www.strava.com/activities/723282596

RTF „Zwischen Havel und Elbe“ in Rathenow

Da mir noch 10 Punkte auf meiner Wertungskarte fehlen und Rathenow direkt um die Ecke ist (halbe Stunde mit dem Auto) entschied ich mich spontan an der RTF „Zwischen Havel und Elbe“ in Rathenow teilzunehmen. Am Sonntagmorgen um 7:40 Uhr packte ich mein Rad ins Auto und es ging nach Rathenow. Dort angekommen begrüßte ich meinen Schwiegervater und seinen Kumpel, die anfangs die 110km Strecke anpeilten. Nach schneller Anmeldung und Vorbereitung des Rades und des Fahrers (ich). Um 9 Uhr fiel der Startschuss und ein überschaubares Fahrerfeld machte sich auf den Weg.

Die erste Stunde legten wir in Zweierreihe mit einem 32er Schnitt zurück, doch leider spaltete sich die Gruppe schon nach 19 km, da hier bereits der erste Kontrollpunkt wartete. Danach ging es in einer kleinen Gruppe weiter und ich beteiligte mich rege an der Führungsarbeit. Die Gruppe funktionierte gut und so blieb der Schnitt auch in der nächsten Stunde bei etwa 33km/h. 20km später wartete schon der nächste Kontrollpunkt, an dem sich die Gruppe weiter verkleinerte. Dem Tempo tat dies auf der flachen und windanfälligen Strecke jedoch kein Abbruch und so blieb das Tempo konstant zwischen 32-33km/h.

Nach 75km erfolgte dann die Streckenteilung der 110km und 150km Strecke. Da mein Schwiegervater nach langer Rennpause Lunte gerochen hatte, begaben wir uns also zu dritt auf die lange Schleife. Sein Kumpel (Klaus) und ich wechselten uns im Wind ab, sodass mein Schwiegervater (Klaus) weiterhin entspannt mit uns mitrollen konnte. Weder vor noch hinter uns waren andere Teilnehmer erkennbar, sodass wir unser eigenes Tempo fuhren. Die 35km bis zum nächsten Kontrollpunkt legten wir in einer Zeit von 1h03min zurück und als zusätzliche Herausforderung wartete noch der berühmte und berüchtigte Anstieg in Kotzen, welcher zwar kurz, aber mit 12 % Steigung zum Kotzen ist. Immer wieder richtete ich meinen Blick in Richtung Westen, denn hier zog eine ordentliche Regenfront auf. Als wir den letzten Kontrollpunkt 33km vor dem Ziel erreichten und uns verpflegten, fing es heftig an zu regnen. Dank der Helfer vor Ort, welche uns eine Plane organisierten blieben wir halbwegs trocken. Ein kurzer Blick aufs Regenradar zeigte, dass die Regenfront schnell an uns vorbeizieht. Nachdem der Großteil überstanden war, begaben wir uns auf die letzten Kilometer. Anfangs wurden wir sowohl von oben (Regen), als auch von unten (nasse Straße) nass, aber dennoch konnte ich vorne ein ordentliches Tempo fahren. Zudem bot sich die Gelegenheit meine neuen Bremsbeläge von Kool Stop bei schlechten Wetter zu testen. Fazit: Feintuning bei der Einstellung erforderlich, aber Bremsleistung schon jetzt besser als mit Originalbelägen.

In mir schlummerte der Wunsch den 32km/h Schnitt ins Ziel zu bringen. Die letzten Kilometer nach Rathenow beglückten uns noch einmal mit Sonne, aber auch viel Gegenwind. Mit dem Ziel Rathenow vor Augen ging es in einem guten Tempo durch die letzten Ortschaften und so langsam machten sich auch meine Beine bemerkbar. Nachdem Klaus den Großteil der Strecke im Windschatten verbracht hatte, attackierte er an der letzten Bahnüberführung. 🙂 Mein Nachsetzen merke ich noch heute in den Oberschenkeln. Im Ziel angekommen gab es eine nahrhafte Bockwurst mit Senf und wir beglückwünschten uns, und vor allem (Klaus Senior) zur erbrachten Leistung. Ich holte meine Wertungskaret ab und es fehlen noch 6 Punkte bis zum Saisonziel 25 Punkte.

Bilder habe ich auf der Strecke leider keine gemacht, aber hier könnt ihr ein kleines Video sehen, welches mit der Strava-Erweiterung „Relive“ erstellt wurde. Den Link zu meiner Strava-Aktivität findet ihr hier.

Eine wirklich tolle Strecke und auch die Ausschilderung und Verpflegung war super. Vielen Dank auch an die Organisatoren und Helfer entlang der Strecke, denn ohne Sie wäre eine solche Veranstaltung nicht denkbar.

Adlerrunde 2016

In der Mitte des Monats Juli fand auch in diesem Jahr die RTF Adlerrunde des RSV Adler in Goslar statt. Nachdem ich im letzten Jahr jede Menge Spaß an der Tour hatte, war ich auch in diesem Jahr wieder dabei und möchte euch im Anschluss von meinen Erlebnissen während der Fahrt berichten. Weiterlesen

Velothon 2016

Mit saftigen Muskelkater vom alljährlichen Firmenlauf (4,85km in 20min28s) und einem ungewissen Blick gen Himmel ging es Sonntag morgen um halb Acht mit dem RegionalExpress nach Berlin! Der Wetterbericht sagte keinen Regen voraus, doch spätestens nach dem diesjährigen Spreewaldmarathon bin ich da etwas vorsichtiger geworden. Im Zug wurde dann erst einmal ausgiebig gefrühstückt und neben 2 Brötchen, 1 Banane fand auch ein Redbull den Weg in meinen Magen (Grenzwertig am frühen Morgen). Weiterlesen

I LOCK IT – Innovation aus Brandenburg an der Havel

Ein automatisches, intelligentes, innovatives und schlüsselloses Fahrradschloss? Das klingt zunächst einmal nach Wunschdenken, aber das Team von Haveltec, von denen ein Großteil aus meiner Heimatstadt Brandenburg an der Havel kommt, hat genau solch ein Schloss entwickelt.

Wer Interesse an diesem Produkt hat, kann das Start-Up gerne unterstützen und zur erfolgreichen Realisierung beitragen.

Hier findet ihr alle wichtigen Informationen zum Projekt.

 

 

SKS Airboy im Praxistest

Man ist bei tollem Wetter mit dem Rennrad unterwegs und genießt die Natur und plötzlich merkt man, dass einer der Reifen Luft verliert und die Idylle gestört wird. Dieses Problem kennen wohl die meisten Radfahrer und um so ärgerlicher ist es, wenn eine tolle Fahrt durch einen „Platten“ unterbrochen wird. Die meisten von euch haben sicher immer einen Ersatzschlauch und eine Pumpe dabei und auch ich gehöre zu dieser Fraktion. Weiterlesen

Spreewaldmarathon 2016

Da ich in diesem Jahr erkältungsfrei war, sollte es diesmal mit der 200 km Radstrecke beim Spreewaldmarathon klappen. Die Tage zuvor verbrachte ich hauptsächlich damit den Wetterbericht zu checken, denn wer hat schon Lust auf 6h im Regen fahren? Der Wetterbericht versprach für den Samstag eigentlich gutes Wetter, aber es kam anders.

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