Vattenfall Cyclassics 2015 

Schon im letzten Jahr nahm ich an den Cyclassics in Hamburg teil und absolvierte die 100 km Strecke. Beim größten Jedermann-Rennen Europas zu starten ist einfach etwas besonderes und so besuchte ich auch dieses Jahr das schöne Hamburg, um mich mit anderen Radsportlern zu messen. Anders als im letzten Jahr nahm ich in diesem Jahr die 155 km Strecke in Angriff. Wenn ich schon extra nach Hamburg fahre, dann soll es sich auch lohnen. 

Nachdem meine Freundin und ich gegen Samstag mittag Hamburg erreichten, checkten wir erst einmal im Hotel ein und begaben uns zur Akkreditierungsstelle am Stephansplatz. Nach minimaler Wartezeit hielt ich meine Startnummer in der Hand und holte mir zusätzlich den Starterbeutel (Trinkflasche, diverse Tester, Riegel, Kabelbinder), das Jubiläumsshirt zur 20. Ausgabe der Cyclassics und ein wunderschönes Trikot von Endura, welches ich mir mal gegönnt habe, ab.

Startunterlagen abgeholt

Startunterlagen abgeholt

Abends besuchten wir  die Pastaparty und für 7€ gab es eine ordentliche Portion Nudeln mit Bolognese Sauce, ein Erdinger Alkoholfrei und Nachschlag.

Samstagabend brachte ich die Startnummer an Trikot und Rad an. Zudem befüllte ich die Taschen meines Trikots mit Riegeln und Gels. Sonntag morgen frühstückte ich im Hotel und befüllte danach meine Trinkflaschen. Soweit hatte ich alles vorbereitet und schon ging es mit dem Rad in Richtung Startbereich. Vorher brachte ich noch meinen Starterbeutel weg, in welchem ich die Wechselkleidung für nach dem Rennen hatte. Der Startbereich wurde in diesem Jahr in Richtung Hafencity verlegt und ich war etwa 7:40 Uhr im Startblock C. Das Warten auf den Start, welcher um 8:25 Uhr erfolgen sollte, zog sich ein wenig hin und es fröstelte mich leicht. Bei 18°C mit kurzer Hose und kurzem Trikot zu warten ist nicht optimal, aber über das Wetter möchte ich mich auf keinen Fall beschweren, denn dieses war einfach perfekt zum Radfahren.

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Startblock C, wie man sieht stand ich relativ weit vorn

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Mein Rad ❤

Um 8:25 Uhr erfolgte dann der Startschuss und ich schloss mich einer größeren Gruppe an. Bis zur Köhlbrandbrücke war das Tempo und auch mein Puls ziemlich hoch und die Fahrer an der Spitze der Gruppe drückten ordentlich aufs Pedal. Die Brücke wurde zügig überquert und ich war deutlich schneller als im letzten Jahr. Dennoch merkte ich, dass ich oft am Ende der Gruppe fuhr und ich überlegte, ob ich dieses Tempo für die nächsten 4h durchhalten kann. Die ersten 50 Kilometer vergingen wie im Flug und ich bereute schnell, dass ich nur 2 Trinkflaschen dabei hatte. Viele Fahrer der 155 km Strecke – zu erkennen an der blauen Startnummer- hatten noch eine Extraflasche im Trikot verstaut. Zwar gibt es ausreichend Verpflegungsstationen, aber ich wollte nur ungern anhalten und somit eine Gruppe verlieren. Das geschah dann nämlich des Öfteren auf der Strecke, denn das Tempo war wirklich hoch und so entschloss ich mich nach einiger Zeit ein wenig ruhiger zu fahren, denn es lag noch genug Strecke vor mir. Überhaupt hatte ich in diesem Jahr beim Fahren in der Gruppe ein paar Probleme, denn oftmals verpasste ich den Abgang der großen Gruppe und so versuchte ich mit wenigen Fahrern das Loch wieder zu schließen. Außerdem schwitzte ich mein linkes Brillenglas so voll, dass ich etwa 80km ohne Brille fuhr, da ich quasi auf einem Auge blind war.

Hier ein kleiner Tipp: Ab und an lohnt es sich einen Blick nach hinten zu riskieren, denn als ich mit einer 5 Mann starken Gruppe die Verfolgung zum nächstgrößeren Feld aufnahm (etwa 700m vor uns), verpulverten wir ordentlich Körner und benötigten etwa 20 Minuten um die Lücke zu schließen. Als wir dann erschöpft und glücklich den Anschluss wiederhergestellt hatten, rauschte weniger Sekunden später eine riesige Gruppe heran. Also umdrehen lohnt sich und spart Kräfte.

Bis nach Hamburg fuhr ich oft in einem großem Feld und die ersten 100km waren nach etwa 2h40Minuten geschafft. Eine deutliche Verbesserung zum Vorjahr. Aber es warteten ja noch 60km auf mich und meine größte Befürchtung nach der Feldertrennung – in Höhe des Hamburger Hauptbahnhofes – allein fahren zu müssen bestätigte sich teilweise. In einem kleinen Feld schlichen wir mit gemütlichen 33km/h dahin und ich sah meine Zielzeit von unter 4h30min gefährdet. Dann aber rauschte wie so oft ein großes Feld an uns vorbei und ich schloss mich diesem an. Die nächsten 25km vergingen ziemlich schnell doch dann kam es zu einer  Schrecksekunde. Etwa 5 Meter vor mir kam es zu einem Sturz und ich konnte gerade noch Bremsen und ausweichen. Der Fahrer hinter mir fuhr direkt in das Pulk gestürzter Fahrer hinein. Da habe ich echt Glück gehabt und wünsche allen gestürzten Fahrern gute Besserung. Danach fiel das große Feld auseinander und ich fuhr mit wenigen Fahrern zusammen. Hier merkte man bereits, dass ich nicht der einzige war dessen Kraftreserven sich so langsam dem Ende neigten, denn wirklich schnell wurde es nicht mehr. Anschließend folgte dann noch eine Willensschulung vom feinsten, denn es folgte der Kösterberg und einige kleine Hügel, welche nach 150km nicht mehr so leicht zu fahren waren. Ich quälte mich hinauf und einige Fahrer hatten mit Krämpfen zu kämpfen. Die letzten 15km fuhr ich in einer etwa 7 Mann großen Gruppe und das Tempo wurde noch einmal etwas höher. Es ging entlang der Reeperbahn und endlich durchfuhr ich den 3km Bogen. Ich verzichtete darauf, dass Tempo der Gruppe mit zu gehen und fuhr mein eigenes Rennen zu Ende. Nach 4h19min, was einem Schnitt von 37,1km/h entspricht waren die 161km geschafft und ich war erschöpft aber glücklich.

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Im Zielbereich mussten gleich 2 Erdinger Alkoholfrei dran glauben, denn ich war ziemlich dehydriert. (Merke: Nächstes Jahr mehr Trinken!) Meine Freundin war inzwischen auch vor Ort und ich gab mein Rad ab, holte den Startbeutel ab und duschte ausgiebig. Eine Wohltat für Körper, Geist und Mitmenschen. Anschließend ging es zur Medaillengravur und es gab noch einen wohlverdienten Burger.

Fazit: Ich bin zufrieden, auch wenn ich denke dass ich viel Kraft im Wind gelassen habe, die ich bei besserer Übersicht im Rennen durchaus hätte sparen können. Am Ende des Rennens wurde es wirklich hart und körperlich fühlte ich mich nicht mehr gut. Beim nächsten Mal muss ich definitiv mehr Nahrung zu mir nehmen.

Ich wurde übrigens 72ter in meiner Altersklasse und insgesamt reichte es für Rang 922 von 2.108 Startern über die 155km Distanz.

Hier noch die Strava-Daten.

Ich hoffe ihr hattet auch ein schönes Rennen!? Viele Grüße!

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5 Kommentare zu “Vattenfall Cyclassics 2015 

  1. Pingback: RTF Rund um Berlin | Marcs Fahrrad-Blog

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