Spreewaldmarathon 2016

Da ich in diesem Jahr erkältungsfrei war, sollte es diesmal mit der 200 km Radstrecke beim Spreewaldmarathon klappen. Die Tage zuvor verbrachte ich hauptsächlich damit den Wetterbericht zu checken, denn wer hat schon Lust auf 6h im Regen fahren? Der Wetterbericht versprach für den Samstag eigentlich gutes Wetter, aber es kam anders.

Nachdem wir am Freitag auf dem Campingplatz in Lübben angekommen waren, bereitete ich mein Rad für die anstehende Veranstaltung vor. Die Startunterlagen hatte ich bereits in Ortrand abgeholt.
Wieder einmal interessant gestaltete sich die Kleiderwahl. Ich hatte von kurz, lang, kalt bis hin zu warm alles dabei und so entschied ich mich für die Winterjacke vom Verein unter der ich ein leichtes Langarmshirt trug. Am nächsten Morgen klingelte der Wecker um kurz nach 6 Uhr und nachdem ich gefrühstückt und mich angezogen hatte, traf ich ich mich mit Eric um 7 Uhr vor dem Campingplatz.

Wir gaben unsere Wertungskarten ab und warteten auf den Start. Pünktlich um 07:30 Uhr ging es los und das Wetter sah bestens aus. Nach einem neutralisierten Start mit Polizeiabsperrung ging es los und ich bemühte mich um eine Position in einem der vorderen Felder. Der Anfang bei solch einer Veranstaltung ist immer etwas nervös und bei knapp 1.500 Startern auf der 200km Distanz muss man die Konzentration hochhalten, um gefährlichen Situation zu vermeiden. Nachdem Eric, Theresa und ich ein gutes Feld erreicht hatten, verflogen die ersten 50 km bis zu ersten Verpflegungsstation ziemlich schnell. Der Schnitt lag bis dahin bei 34 km/h. Nachdem wir kurz etwas gegessen und getrunken hatten ging es weiter und auch hier hielt der Wetterbericht was er versprach und wir fuhren relativ gemütlich bis zum nächsten Verpflegungspunkt. Zwischen den zwei Kontrollpunkten machte sich meine Pionierblase bemerkbar und so kam ich nicht darum herum, einmal zu pausieren, um mich zu entleeren. Das Feld war damit natürlich weg, aber ich hatte an diesem Tag gute Beine und fuhr relativ schnell wieder an das Feld heran.

IMG_4921

Getümmel an der Verpflegungsstation

Die Verpflegung war im Übrigen wieder hervorragend und auch die Stimmung an den Stationen war sehr gut. Toll auch, dass auch Schülerinnen und Schüler bei der Getränkeausgabe mithelfen. Auch die Ordner auf der Strecke leisteten hervorragende Arbeit und auch die Ausschilderung war super. Ich kannte ja die Strecke noch aus dem Jahr 2014.

Danach ging es mit einem 33er Schnitt weiter zur nächsten Verpflegungspunkt. Die Fahrt bis dahin führte uns durch den schönen Spreewald und es war zeitweise sehr windig. Bis jetzt klappte es mit den Gruppen sehr gut und wir konnten meist schön mitrollen, ohne unnötig Kraft zu vergeuden. In Straupitz gab es dann die nächsten Snacks, denn ohne Essen und Trinken schafft man eine solche Distanz nur schwer. Wir trafen dort noch zwei Radsportkollegen aus Brandenburg und plauderten kurz. Hier in Straupitz fing es dann an zu tröpfeln und aus den kleinen Tropfen entwickelte sich in kurzer Zeit ein ordentlich, ergiebiger, langanhaltender Regenguss. Auch das Glück mit den Feldern verschwand ein bisschen und so fuhr ich erst einmal eine ganze Weile im Wind. Durch den Regen verschwand der Wind und wir konnten den Zwischenabschnitt von 100 – 126 km in einer Vierergruppe fahren. Der Schnitt lag bei 33.5 km/h und irgendwie kam auch kein Feld von hinten an uns heran gefahren. Am nächsten Verpflegungspunkt ernteten wir dann ein wenig Lob für unseren guten Zug, denn ein durchaus gut trainierter Herr versuchte an uns heranzufahren, schaffte es aber nicht. Und auch das nachfolgende Feld, kam ein paar Minuten später nach uns am Kontrollpunkt in Lieberose an. Inzwischen waren wir auch alle komplett nass und einigten uns darauf, die nächsten Kilometer unbedingt in einer Gruppe zu fahren. Dies klappte auch super und wir rollten gemütlich mit einem 31 km/h Schnitt in Richtung Burg. Gemütlich muss man hier aber relativieren, denn der Regen von oben und das aufgewirbelte Wasser von der Straße waren einfach nur ekelhaft. Ich visualisierte schon etwa aber Kilometer 130 eine heiße Dusche vor meinem geistigen Auge. Hilft auf jeden Fall 🙂

In Burg gab es dann noch einmal Getränke und Nahrung und wir informierten unsere Freundinnen, dass wir in etwa in 80 Minuten in Lübben sind. Es regnete weiter und es formierte sich irgendwie kein Feld, sodass ich mich verpflichtet fühlte, vorne ein wenig das Tempo zu machen. Man merkte einigen Fahrern die 160 gefahrenen Kilometer deutlich an, denn oft entstanden Lücken, sodass ich auf das Feld warten musste. Es ging über schmale Wege durch zahlreiche Pfützen und ich fuhr einfach mein Tempo und erspähte irgendwann ein Feld vor mir. Mit dem Ziel an dieses heranzufahren, mobilisierte ich noch einmal alle Kräfte und fuhr an das Feld heran. Auch Eric und Theresa schlossen wenig später auf und so ging es am Bischdorfer See entlang nach Lübbenau. Dort sparten wir uns den Verpflegungspunkt, obwohl wir wussten, dass dort eine warme Suppe auf uns warten würde. Wenn man aber komplett nass ist, möchte man einfach nur ins Ziel.

Auf den letzten 7 km war ich dann noch in der Lage ein relatives großes Feld mit einem Schnitt von 36.5 km/h in Richtung Ziel zu führen. Wirklich ein tolles Gefühl, wenn man nach 190 km noch genug Power und Druck auf dem Pedal hat und es zudem leicht bergauf geht. Endlich in Lübben angekommen, warteten unsere Familien auf uns und wir machten schnell Bilder mit unseren wohlverdienten Trophäen. Danach ging es direkt auf den Campingplatz unter die Dusche, welche natürlich nicht heiß, sondern bestenfalls lauwarm war.

IMG_4930

Dreckig, aber glücklich. Das Wetter täuscht, denn im Ziel goss es wie aus Kübeln.

Am Ende stehen 199,7km auf dem Tacho, welche in 06 h 12 min zurückgelegt wurden (32.2 km/h). Die Daten zu meiner Fahrt findet ihr hier.

IMG_4932

Ich bei der Zieleinfahrt.

Fazit:

  • meine Form ist super
  • mein Canyon ist ein zuverlässiger Partner 🙂 und die elektronische Schaltung ein Traum
  • Lücken zuzufahren macht Spaß und es scheint mir zu liegen
  • die Veranstaltung war super organisiert
  • im Regen fahren macht nur solange Spaß, bis man nicht komplett durchnässt ist
  • im nächsten Jahr bin ich wieder dabei
Advertisements

Ein Kommentar zu “Spreewaldmarathon 2016

  1. Pingback: Velothon 2016 | Marcs Fahrrad-Blog

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s