Adlerrunde 2016

In der Mitte des Monats Juli fand auch in diesem Jahr die RTF Adlerrunde des RSV Adler in Goslar statt. Nachdem ich im letzten Jahr jede Menge Spaß an der Tour hatte, war ich auch in diesem Jahr wieder dabei und möchte euch im Anschluss von meinen Erlebnissen während der Fahrt berichten.

Diesmal schlief ich nicht im Auto sondern stieg mit meiner Freundin im Hotel Achtermann im Zentrum Goslars ab. Die Anmeldung für die RTF tätigte ich am Freitag und die Organisation war auch diesmal hervorragend. Der Wetterbericht hielt was er versprach und so bleib es den ganzen Samstag über trocken.

Ich entschied mich in diesem Jahr erneut für die 215km Strecke, doch in diesem Jahr war die Tour nicht geführt, sodass ich ein wenig Sorge hatte oft alleine fahren zu müssen.

Morgens im Startbereich.

Nun aber genug mit den Sorgen und Gedanken vor dem Start. Samstag morgen ging es um 6:15 Uhr zum Startort und ich bereitete schnell mein Rad vor, bediente mich beim bereitgestellten Frühstück und dann ging es um 7 Uhr im Verbund raus aus Goslar. Die ersten Kilometer liefen super und der erste Anstieg war relativ gleichmäßig und gut zu fahren. Anders als im letzten Jahr wartete aber niemand oben am Berg, sodass ich die Abfahrten und mehrere Flachstücke oft alleine im Wind fahren musste. Dies sollte sich später noch als problematisch herausstellen. Der erste Härtetest wartete beim Anstieg hinauf nach Torfhaus. Erst flach entlang der Okertalsperre ging es langsam bergauf und hier fand ich einen guten Rythmus. Das Mittelstück und das Ende des Anstieges wartete mit Steigungsprozenten von bis zu 15% auf. Ich empfand dieses Stück als sehr unrhytmisch und war auch pulstechnisch ziemlich am Limit. Kurz danach folgte der erste Kontrollpunkt an dem ich mir neben meinem Stempel, auch Getränke und Essbares holte. Anschließend ging es in einer Gruppe weiter in Richtung Braunlage und Elbingerode. Hier war das Terrain eher wellig und es waren immer wieder kleine Anstiege zu bewältigen. Den Anfang dieses Abschnittes fuhr ich alleine, hatte aber das Glück den Großteil in einer Gruppe fahren zu können.

Bildschirmfoto 2016-07-18 um 08.49.09

Nach 117km ging es dann wieder stetig bergauf und der erste Anstieg fuhr sich sehr gut. Diesen kannte ich auch schon vom letzten Jahr und ich wusste was mich erwartet. Die Strecke unterschied sich nämlich von der im letzten Jahr, da einige Gemeinden ein Schützenfest veranstalteten und nicht zusätzlich noch Radfahrer in ihrer Ortschaft haben wollten. Ziel war jetzt der Kontrollpunkt in Sankt Andreasberg. Zwischenzeitlich passierte ich zwei weitere Kontrollpunkte. An einem gab es Nudeln mit Tomatensauce – eine Wohltat. Hier fuhr ich wieder größtenteils alleine und nach einer schönen Abfahrt von Braunlage ging es in eine echt fiese Steigung. Laut Strava (Oderhaus-Oderberg) ist diese mit einer Länge von 4.3km und durchschnittlich 5% eigentlich gar nicht so hart, aber ich empfand sie als wirklich schwer. Vielleicht lag das auch an den langsam schwindenden Kräften. Nach einer kurzen Abfahrt ging es dann hoch nach Sankt Andreasberg. 2,5km mit einer durchschnittlichen Steigung von 10.4% (laut Strava). Wichtig war für mich immer einen eigenen Rhythmus zu finden und diesen auch durchzuziehen. Dies gelang mir ganz gut, doch der Veranstalter hatte noch eine kleines Schmankerl zu bieten. Die Breite Straße in Sankt Andreasberg ist zwar kurz aber echt steil, vor allem die letzten 200m haben im Schnitt, ich würde sagen, etwa 15%. Endlich im Kontrollpunkt angekommen versorgte ich mich mit Getränken und Essen, da ich schon ziemlich ausgelaugt war. Ich dehnte mich ausgiebig, da sich mein rechter Oberschenkel immer wieder komisch anfühlte.

Erster Kontrollpunkt. Das Wetter passt.

Während der Fahrt.

Der Anstieg musste natürlich noch beendet werden und so ging es nach dem Kontrollpunkt weiter bergauf. Nach etwa 600m war es dann soweit und ich bekam einen heftigen Krampf im rechten Oberschenkel. Der Fachmann spricht wohl von der ischiocruralen Muskulatur. Absteigen ging auf jeden Fall nicht und so hing ich etwa 10 Minuten auf dem Rad und versuchte mich zu dehnen. Sobald ich mein Bein nur ansatzweise beugen wollte verkrampfte die Muskulatur wieder. Im Inneren schloss ich schon mit der Tour ab und wählte schon die Nummer des Besenwagens. Nachdem ich aber endlich ein wenig Beugung ins Bein bekam, dehnte ich fleißig weiter und versuchte wieder zu fahren. Erstaunlicherweise funktionierte dies ganz gut und so fuhr ich sehr langsam den Berg hinauf. Ab hier wollte ich nur noch durchkommen oder wenigstens die Abfahrt bis vor Clausthal-Zellerfeld bewältigen. Ich fuhr also ohne wirklichen Druck auf dem Pedal und ein Glück ging es die nächsten 20km hauptsächlich bergab. Leider fehlen auch 3km der Aufzeichnung, da ich schon die Uhr gestoppt hatte.

Ein Gesicht sagt mehr als 1.000 Worte.

In Osterode angekommen, ging es nun in den letzten „richtigen“ Anstieg des Tages. Ich wählte den kleinsten Gang und fuhr in meinem Rhythmus den Berg hoch und ließ kleine Gruppen einfach an mir vorbei fahren. Ständig hatte ich Angst, dass die Muskulatur wieder zu macht, doch es klappte ganz gut. Die Landschaft konnte ich leider nicht mehr wirklich genießen, da ich ziemlich kaputt war und einfach nur irgendwie ins Ziel wollte. Nach ordentlicher Verpflegung am letzten Kontrollpunkt und ausgiebigen Dehnübungen ging es auf die letzten 25km der Strecke. Die Anstiege fuhr ich gemütlich und muskelschonend hoch und endlich hatte ich die letzte Abfahrt nach Goslar vor mir. In der 10km langen Abfahrt in Richtung Ziel gab ich noch einmal ein wenig Gas und bewältigte diese Abfahrt mit einem Schnitt von knapp 50km/h. Diese Abfahrt macht wirklich Spaß und als ich Goslar war, erwartete mich meine Freundin im Zielbereich. Eine tolle Überraschung. Im Ziel angekommen wurden noch Fotos gemacht, die Wertungskarte abgeholt, ein alkoholfreies Hefe getrunken und das Rad ins Auto gepackt. Danach ging es ins Hotel und neben Whirlpool, Sauna und Schwimmbecken wartete noch das Eisbad auf mich.

Geschafft!

Am Ende standen auf dem Garmin Edge 500, welcher von nun an von einem Edge 520 abgelöst wird, 213km bei 3.367 Höhenmetern. Die Fahrzeit betrug 7h56min, was einem Schnitt von 26,8km/h entspricht. Leider fehlen 3km, aber das ist zu verschmerzen. Den Link zur Aktivität findet ihr hier.

Mein Fazit:

  • eine wirklich top organisierte Veranstaltung und auch die neue Streckenführung war super
  • landschaftlich hat die Strecke wirklich einige Highlights zu bieten
  • so ein Krampf ist echt eklig, scheint sich aber rausfahren zu lassen
  • alleine Fahren kostet richtig Kraft
  • Goslar ist eine wunderschöne Stadt und wirklich eine Reise wert

Vielen Dank an die zahlreichen Helfer an den Kontrollpunkten und im Start- und Zielbereich. Ich sage jetzt schon: „Bis zum nächsten Jahr“.

 

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