Rietzer Einzelzeitfahren 2017 

Nachdem das prestigeträchtige Rietzer Einzelzeitfahren 2016 ohne mich statt fand, wagte ich dieses Jahr einen neuen Anlauf. Hinter vorgehaltener Hand spricht man auch von der Zeitfahrmeisterschaft der Stadt Brandenburg, da vor allem lokale Akteure an den Start gehen. Die spezielle Vorbereitung lief dieses Jahr suboptimal und so konnte ich nur einmal das Setup für das Zeitfahren testen.

Organisiert wurde die Veranstaltung von den Wasserfreunden Brandenburg. Da ich vor zwei Jahren bereits eine Platzierung erreicht hatte, startete ich dieses Mal um Punkt 11:00 Uhr. Beim letzten Mal benötigte ich für die 11,7km lange Strecke 19:55 Minuten, was einem Schnitt von 35 km/h entsprach. Von der Anzahl der Trainingskilometer ist das Jahr 2017 bisher mein bestes und so wollte ich die Zeit von 2015 natürlich unterbieten und ich wollte auf jeden Fall die 19 Minuten Marke knacken. Durch halbwegs strukturiertes Training auf der Rolle und einigen langen Ausfahrten fühlte ich mich auch gut vorbereitet. Da ich mittlerweile auch über ein Wattmesssystem verfüge, wollte ich mich an meiner Schwellenleistung (FTP) orientieren. Diese lag zum Anfang des Jahres bei ca. 250 Watt (auf der Rolle ermittelt) und bereits beim Test des Setups am 1. Mai konnte ich hier eine Verbesserung erzielen, sodass ich die FPT auf 270 Watt stellte. Ich denke der Test auf der Rolle wurde von mir auch nicht optimal gefahren (Hitze und schlechtes Pacing), sodass ich hier ein wenig unter meinem Optimum blieb.

Nun aber wieder zum Wesentlichen. Am Samstag gab es noch ein lockeres Stelldichein mit niemand geringeren als Jan Ullrich. Bei den Wittenberger Radsporttagen bot sich die Gelegenheit mit vier Weltmeistern eine gemeinsame Ausfahrt zu fahren und diese wollte ich mir natürlich nicht entgehen lassen. Ich in einem Peloton mit Ulle. Ein Traum. Die Ausfahrt über 80 km fand im Verbund statt und sollte im Tempobereich zwischen 28-30 km/h liegen. Die hüglige Landschaft machte ein lockeres Einrollen für das Zeitfahren am Sonntag beschwerlicher als erwartet, aber am Ende fühlten sich die Beine trotz 30,6 km/h im Schnitt gut an.


Danach legte ich die Beine hoch und nutzte meine Faszienrolle, um meine Beine zu lockern. Am Sonntagmorgen ging es dann um 8 Uhr in Richtung Rietz, was 4 km lockeres Radfahren bedeutete. Dort holte ich meine Startunterlagen ab und wartete auf meinen Vereinskollegen Daniel. Gegen 9 Uhr fuhren wir die Strecke noch einmal ab und um kurz nach 10 Uhr rollte Daniel von der Startrampe. Ich fuhr mich noch ein bisschen warm und begab mich gegen 10:45 Uhr zum Startbereich. Die Nervosität wuchs von Sekunde zu Sekunde. So langsam kam auch die Sonne zum Vorschein und der leichte Wind war auszuhalten.

Bevor es losgeht vielleicht noch etwas zum Setup. Mein Canyon ergänzte ich mit einem Zeitfahraufsatz (danke an Eric fürs Ausleihen) und 50 mm Carbon Laufrädern, welche ich vor kurzem erwarb (mehr dazu demnächst). Außerdem verwendete ich auf dem Hinterrad einen Latexschlauch, welcher wohl ein paar Watt sparen soll.


Nun ging es also auf die Startrampe und um Punkt 11:00 Uhr begann für mich der Kampf gegen die Uhr. Auf der ersten langen Gerade, auf welcher ich eigentlich Rückenwind erwartete, haderte ich ein wenig mit meinem Tempo. Der Puls lag bereits kurz nach dem Start bei über 170 Schlägen pro Minute und auch die Wattwerte fielen nicht unter 300 Watt. Motivierend war auf jeden Fall, dass ich den 45 Sekunden vor mir gestarteten Fahrer im Blickfeld hatte. Bis zur Wende nach ca. 5,8 km fuhr ich einen Schnitt von 39 km/h. Nach der Wende konnte ich dann den vor mir gestarteten Fahrer überholen, was mir zeigte, dass ich gut unterwegs war. Die Fahrt durch Rietz verlief gut und ich versuchte, das Tempo hochzuhalten und dennoch ein paar Kräfte für die lange Gerade mit Gegenwind zu sparen. Auf dieser Geraden hatte ich erneut einen vor mir gestarteten Fahrer im Blickfeld, welchen ich dann auch überholen konnte. Hier wartete auch eine kleine Welle, welche ich mit vollem Tempo wegdrücken konnte. Auf dem letzten Kilometer holte ich alles aus mir raus und auch auf den letzten 300 m brachte ich im Schnitt 480 Watt aufs Pedal. Die Zeitnahme zeigte 18 Minuten und 17 Sekunden an und ich war sehr erleichtert. Mein Ziel habe ich deutlich erreicht und der ehrgeizige Sportler in mir ärgerte sich direkt darüber, dass nicht allzu viele Sekunden auf eine Zeit unter 18 Minuten gefehlt haben. Das Ziel für 2018 ist also gesetzt. Ich bin dennoch sehr zufrieden und bin am Ende auf einem guten 33. Platz in der Gesamtwertung gelandet. In meiner Altersklasse wurde es sogar Platz 15 von 44 Teilnehmern.

Ein wenig schade finde ich, dass in der Gesamtwertung nicht zwischen Jedermännern und Lizenzfahrern unterschieden wird. Ich denke es wäre nicht schwer eine Gesamtwertung (Lizenz + Jedermann), Lizenzfahrerwertung und Jedermannwertung aufzustellen, denn so ist der beste Jedermann halt auf Platz 7 oder 8  der Gesamtwertung obwohl er in der Jedermannwertung erster geworden wäre. Dies wurde bereits im letzten Jahr kritisiert. Eine Änderung gab es jedoch nicht. Die Organisation und Durchführung der Veranstaltung war jedoch wieder spitze.

Jetzt noch ein paar Zahlen. Die 11,7 km legte ich in einer Zeit von 00:18:17:27 Minuten zurück, was einem Schnitt von 38,71 km/h entspricht. Mein Durchschnittspuls lag bei 179 Schlägen pro Minute und das Maximum bei 186 bpm. Über die 18 Minuten erbrachte ich eine durchschnittliche Leistung von 342 Watt. Da dieser Zeitraum in etwa mit einem 20-minütigen FTP gleichzusetzen ist, liegt der neue Schwellenwert jetzt bei ca. 330 Watt. Ich werde dies bei den nächsten Trainingseinheiten mal prüfen und schauen, wie es sich in den neu angepassten Trainingsbereichen anfühlt. Hier der Link zu Aktivität am Sonntag.

Besten Dank an Lehnin-Sportfotos für das bereitstellen des Beitragbildes. 

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