Mein erstes Straßenrennen – 3. Zieseraner Rundstreckenrennen 2016

Am Samstag fügte ich meiner noch recht jungen Karriere als Rennradfahrer ein weiteres Kapitel hinzu – das Straßenrennen. Dieses wurde von unserem Verein ausgetragen und somit waren vorher noch einige Vorbereitungen zu treffen. Unter anderem wurde die Strecke abgesperrt, die Kurven gefegt und die Musikanlage aufgebaut. Das Teilnehmerfeld war leider nicht sehr groß und so fuhren in meinem Rennen nur 16 Leute mit. Der 2,1km lange Rundkurs, welche 15 mal zu bewältigen war, zeichnete sich durch enge Kurven und Gegenwind auf der Zielgeraden aus. Die anderen Teilnehmer kannte ich vom Namen her und die Favoriten waren schnell ausgemacht (ich zählte nicht dazu).


Nachdem wir alles vorbereitet hatten, wärmte ich mich auf der Strecke auf und lernte diese besser kennen. Nach dem warm fahren startete erst einmal das erste Rennen Nr. 1. Danach fuhr ich noch einmal 2 Runden und dann ging es auch schon los. In der neutralisierten Einführungsrunde versuchte ich mich in eine gute Position zu bringen, da ich damit rechnete, dass direkt nach dem Start attackiert wird. Damit behielt ich recht und bis zur ersten Kurve (100 m nach dem Start) war ich in einer guten Position. Doch bereits in dieser Kurve war ich zu weit draußen und der Antritt der zukünftigen Spitzengruppe riss ein 15 Meter loch, welches ich im Folgenden nicht mehr schließen konnte. In dieser Gruppe befanden sich 6 Leute und somit war klar, dass diese kaum noch einzuholen war, denn hinter mir kam erst einmal nichts und somit wuchs der Vorsprung weiter. Mein Puls war bereits am Limit und ich fuhr erst einmal zwei Runden alleine. Zwar sah ich, dass 100- 200 hinter mir eine vierköpfige Gruppe folgte, doch ich wollte mein Teamtrikot noch ein letztes mal präsentieren. 🙂

Danach drosselte ich das Tempo und ließ mich von der Vierergruppe einholen. Die Zusammenarbeit klappte gut und das Tempo war ok. Ich denke hier wäre noch deutlich mehr gegangen, aber die Größe der Gruppe gab nicht mehr her. Mein Ziel war es die Tempoarbeit in dem Bereich zu übernehmen in dem der Wind eher von hinten kam. Dies klappte in den meisten Fällen, doch es kam auch vor, dass ich eine ganze Runde vorn fuhr. Etwa 4 Runden vor dem Ende wurden wir vom Führungsfahrzeug überholt, welches die dreiköpfige Spitzengruppe in Schlepptau hatte. Wir versuchten uns ranzuhängen und konnten auch ein paar Meter mitfahren, doch der gravierendste Unterschied offenbarte sich in den Kurven und den danach folgenden Antritten. Meine Kurvengeschwindigkeit war deutlich geringer und Antritte sollten in der nächsten Saison öfter ins Training integriert werden. Dies zeigte sich auch in den letzten beiden Runden, in denen ich mehrere Male versuchte meine 3 Mitstreiter abzuhängen. Die Antritte waren einfach nicht explosiv genug und die Lücke wurde direkt wieder zugefahren, falls überhaupt eine Lücke entstand. Innerlich bereitete ich mich auf den Zielsprint vor und dachte ich würde um den vierten Platz fahren. Das Laktat vernebelte scheinbar meine Sinne und ich vergaß die Fahrer die zwischen uns und der Spitzengruppe waren. In der letzten Kurve fuhr ich vorne und nahm bewusst das Tempo raus, da ich den Sprint nicht von vorne fahren wollte. Zirka 400 Meter vor dem Ziel stürzte ein Fahrer aus unserer Gruppe und unmittelbar danch griff ein Fahrer an. Ich gab alles und versuchte sein Hinterrad zu erreichen. Dies gelang mir auch, doch der Gegenwind und mangelnde Erfahrung verwehrten mir den Sieg im Sprint um Platz 7. Im nachhinein hätte ich einfach noch einen Tick länger im Windschatten bleiben sollen. Am Ende fehlte auch die Explosivität und die nötigen Körner um das Duell für mich zu entscheiden.


Dennoch bin ich mit meiner Leistung zufrieden und habe einige interessante Erkentnisse gemacht:

  • die Beine sind gut, aber es fehlt an Schnellkraft
  • Antritte, Sprints und Krafteinheiten ins Training integrieren
  • Platz 8 von 16 ist in Ordnung (4 Minuten hinter dem Sieger)
  • beim Sprint länger im Windschatten bleiben
  • Kurventechnik verbessern (wird aber schwer, weil ich einfach Respekt vor Asphaltkontakt habe ^^ )

Der Stundenschnitt von 36,4 km/h ist in Ordnung, aber ausbaufähig. Dies war auch der relativ kleinen Gruppe geschuldet. Ein Feld mit mehr als 10 Fahrern hätte sicher die Möglichkeit gehabt, die Spitzengruppe einholen zu können. Am Ende bleibt ein toller Tag, ein Sonnenbrand und die Tatsache, dass ich mich noch nie so sehr auf dem Rad verausgabt habe. Im nächsten Jahr werde ich auf jeden Fall wieder bei unserem eigenen Rennen mitfahren und auch noch andere Veranstaltungen besuchen.

Hier der Link zur Strava-Aktivität: https://www.strava.com/activities/723282596

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